Trophische Bewertung und Charakterisierung stehender Gewässer in Hessen

In Hessen gibt es 773 stehende Gewässer mit einer Fläche > 1 ha. Keines dieser Gewässer ist natürlichen Ursprungs. Vielmehr handelt es sich bei der Mehrzahl um Abgrabungsgewässer, Speicher oder Talsperren. Innerhalb des Seenmonitorings des Landes Hessen werden insgesamt 81 stehende Gewässer jährlich oder zweijährlich chemisch-physikalisch sowie biologisch untersucht. Aspekte der Badegewässerqualität bleiben bei diesem Monitoring unberücksichtigt, da Badegewässer in Hessen durch ein eigenes Untersuchungsprogramm erfasst werden.

Hauptziel des Monitorings ist die Erfassung des trophischen Zustandes der stehenden Gewässer in Hessen. Der Begriff der Trophie beschreibt dabei die Intensität der Primärproduktion in den Gewässern, die stark von den Nährstoffgehalten bzw. -belastung der jeweiligen Gewässer beeinflusst wird. Daneben beeinflussen das Lichtangebot, die Beckenmorphometrie sowie die Bedingungen in den Einzugsgebieten das trophische Niveau der Gewässer.

Die trophische Charakterisierung und Bewertung von stehenden Gewässern erfolgt in Hessen entsprechend der Richtlinien der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) aus den Jahren 1998 und 2001. Danach werden Talsperren und Speicherseen lediglich trophisch charakterisiert und nicht bewertet, während natürliche Seen und größere Abgrabungsgewässer einer Erstbewertung nach trophischen Kriterien unterworfen werden. Die Bewertung erfolgt analog zu den übrigen Gütebewertungen innerhalb einer siebenstufigen Skala. Allerdings werden bei der Erstbewertung die potenziell natürlichen trophischen Referenzzustände der Gewässer berücksichtigt. Die Bewertungsstufen kennzeichnen somit den Grad der negativen Abweichung von den Referenzzuständen. Weitere Informationen zur ökologschen Bewertung von Stehgewässern in Hessen finden sich im Jahresbericht 2003 der HLUG sowie auf den Stammdatenseiten der jeweiligen Messstellen.