Biologische Gewässeruntersuchungen in Hessen 1999/2000

INHALT

Anlass und Ziel der Untersuchungen

Methoden der Gütebestimmung

Rhein und Rheineinzugsgebiet

Rhein

Neckar und Neckarnebengewässer

Main und Mainnebengewässer

Lahn und Lahnnebengewässer

Kleine Rheinzuflüsse

Weser und Wesereinzugsgebiet

Weser

Fulda und Fuldanebengewässer

Anlass und Ziel der Untersuchungen

Die letzte biologische Gewässergütekarte für Hessen wurde im Jahre 1994 im Maßstab 1:200 000 erstellt. 1996 erstellte die Länderarbeitsgemeinschaft Wasser eine Gütekarte der Bundesrepublik Deutschland im Maßstab 1:3 000 000, in der nur die größeren Fließgewässer berücksichtigt wurden. Um den aktuellen Stand der Gewässerbelastung in Hessen aufzuzeigen, wurde die Karte von 1994 überarbeitet. Die Hessische Gewässergütekarte 2000 dokumentiert die Ergebnisse der biologischen Gewässeruntersuchungen aus den Jahren 1999 und 2000 und erfasst wiederum auch die kleineren Fließgewässer Hessens.

Methoden der Gütebestimmung

Um die vorliegende Gütekarte mit Karten und Ergebnissen früherer Erhebungen vergleichen zu können, wurde die bisher verwendete Einteilung der Gewässerabschnitte mit den dazu gehörenden Messstellen übernommen, wobei für die vorliegende Darstellung der Gewässergüte die Zahl der Probenahmestellen nach einleiterrelevanten Bedingungen angepasst und reduziert wurde. Die hohe Dichte der Beprobung früherer Erhebungen (ca. 10 000 Probenahmestellen) konnte bei der aktuellen Überarbeitung aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht werden, so dass im Rahmen dieser Erhebung in der Regel nur die Probestellen angefahren und untersucht wurden, die 1994 in die Güteklasse II-III (kritisch belastet) oder schlechter eingestuft wurden. Ausnahmen hiervon wurden an Gewässerabschnitten mit sehr langen Bereichen gleicher Güteklassen, wie zum Beispiel an der Fulda, gemacht. Dabei wurde davon ausgegangen, dass eine Verschlechterung des Zustandes in den Güteklassen II, I-II und I nicht eingetreten ist. Insgesamt wurden 2421 Probestellen untersucht.

Die Probenahmen erfolgten an Probestellen, an denen bereits für die vorangegangenen Gütekarten die Untersuchungen durchgeführt wurden, mit einer Toleranz von einhundert Metern. Zu Dokumentationszwecken wurde in und entgegen der Fließrichtung vom Probenahmeort ein charakteristisches Foto, aus dem die Lage und Beschaffenheit der Probenahmestelle zu erkennen ist, aufgenommen. Außerdem wurde die Probenahmestelle in Kurzform gemäß der Strukturgüteerhebung charakterisiert.

Die Probenahme wurde an ein externes Büro vergeben, die Qualitätssicherung in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Senckenberg durchgeführt. Die Erhebung erfolgte nach DIN 38410 und beschränkte sich auf das Makrozoobenthos. In den Bereichen des hessischen Rhein- und Mainabschnittes, in denen Neozooen in einem so hohen Maße präsent sind, dass mit den Organismen der DIN-Liste Abundanzsummen von 15 nicht zu erreichen sind, wurden die Saprobienindizes nach dem Katalog zur autökologischen Einstufung aquatischer Organismen Östereichs (Wasserwirtschaftskataster - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Wien), der Neozoen berücksichtigt, ermittelt.

Rhein und Rheineinzugsgebiet

Rhein

Der Rhein war schon 1994 in Hessen ein weitgehend nur mäßig belastetes Gewässer. Die linke Rheinseite konnte von der Landesgrenze im Süden - etwa gegenüber von Lampertheim - bis zur nördlichen Landesgrenze in der Höhe von Lorchhausen in die Güteklasse II eingeordnet werden. Die rechte Flussseite war von der südlichen Landesgrenze bis unterhalb der Weschnitzmündung bei Biblis sowie von der Mainmündung bis Östrich-Winkel in die Güteklasse II-III einzuordnen. Der Rest war wie die linke Seite in die Güteklasse II einzuordnen. Die aktuellen Untersuchungen des Frühjahrs 2000 ergaben für den Rhein im gesamten hessischen Verlauf auf beiden Flussseiten die Güteklasse II.

Neckar und Neckarnebengewässer

Das kurze Stück von Hirschhorn bis Neckarsteinach, das der Neckar in Hessen fließt (1994 Güteklasse II-III), wurde an der Landesgrenze bei Hirschhorn beprobt. Die Gewässergüte hat sich hier in den letzten fünf Jahren auf Klasse II verbessert. Ein Einfluss des biologisch gereinigten Abwassers aus den Kläranlagen Hirschhorn und Neckarsteinach auf die Qualität des Neckars zeigt sich nicht. Der ohnehin wenig belastete Finkenbach wurde bei Olten, wo 1994 noch die Güteklasse II-III ermittelt wurde, und Falken-Gesäß (1994 Güteklasse II) untersucht. An beiden Probenahmestellen konnte 1999 die Güteklasse I-II nachgewiesen werden. Der Sensbach, der in Oberschöllenbach untersucht wurde, hat seinen biologischen Zustand seit 1994 verbessert: die Güteklasse hat sich von II-III auf II geändert.

Main und Mainnebengewässer

Der hessische Main war im Jahre 1994 mit Ausnahme zweier kurzer Fließstrecken bei Hanau und Frankfurt, wo Güteklasse II herrschte, in die Güteklasse II-III einzuordnen. Die Untersuchungen im April 2000 ergaben, dass der Fluss im gesamten hessischen Unterlauf den Kriterien der Güteklasse II entspricht.

Kinzig

Die Kinzig war schon 1994 über weite Strecken nur mäßig belastet (Güteklasse II). Oberhalb Gelnhausens gab es drei kurze Abschnitte mit kritischer Belastung (unterhalb Schlüchterns, unterhalb Bad-Soden-Salmünster und unterhalb Wächtersbachs), die inzwischen alle in die Güteklasse II einzustufen sind. Das gilt auch für den weiteren Verlauf des Gewässers, das 1994 (mit Ausnahme eines kurzen Stückes vor der Mündung mit Güteklasse II) noch als kritisch belastet einzustufen war. Die Untersuchungen 1999 ergaben für den größten Teil der Kinzig die Güteklasse II. Das gleiche gilt für die Nebenläufe, bei denen an einigen Abschnitten die Güteklasse I-II festgestellt werden konnte.

Nidda mit Nidder, Wetter mit Usa und Horloff

Die Nidda konnte bei den Untersuchung des Jahres 1994 von Rudingshain, wenig unterhalb der Quelle (das erste Fließstück wies die Güteklasse I-II auf) bis Bad Vilbel der Güteklasse II zugeordnet werden. Der Unterlauf, von Bad Vilbel bis zur Mündung in den Main entsprach der Güteklasse II-III.

Die Untersuchungen im Sommer 1999 ergaben einen etwas anderen Befund: Der Fluß, der im Oberlauf (von der Quelle bis oberhalb der Kläranlage Ranstadt) weitgehend der Güteklasse I-II entspricht, ist von hier bis unterhalb Florstadt der Güteklasse II-III zuzurechnen. Im weiteren Verlauf (bis zur Mündung in den Main) entspricht das Gewässer der Güteklasse II..

Die Nidder war 1994 über ihren gesamten Verlauf (mit Ausnahme einiger Quellbäche, die der Güteklasse I-II zuzuordnen waren) typisch für die Güteklasse II. Die aktuellen Untersuchungen ergaben für einen kurzen Abschnitt im Unterlauf (oberhalb Schöneck) die Merkmale der Gewässergüteklasse II-III.

Der Seemenbach, ein Niddernebenlauf, in den das biologisch gereinigte Abwassser Büdingens eingeleitet wird, war vor fünf Jahren noch typisch für die Gewässergüteklasse II-III. Wie die Untersuchungen des Sommers 1999 ergaben kann dieser Vorfluter nunmehr in seinem gesamten Verlauf in die Güteklasse II eingeordnet werden.

Der Oberlauf der Wetter, der aufgrund der Untersuchungen von 1994 in Teilstücken in die Güteklasse II–III einzuordnen war, entspricht nun bis in die Höhe von Bad-Nauheim der Güteklasse II. Von hier bis einige Kilometer vor der Mündung in die Nidda entspricht das Gewässer Güteklasse II-III, das letzte Fließstück ist bis zur Mündung in die Klasse III einzuordnen.

Die Usa, die 1994 unterhalb von Bad Nauheim (mechanisch biologische Kläranlage Bad Nauheim) und oberhalb der Mündung in die Wetter (KA Friedberg) noch stark verschmutzte Abschnitte (Güteklasse III) hatte, im Übrigen von der Quelle bis hierhin mäßig, im wieteren Verlauf kritisch belastet war, zeigte sich bei den aktuellen Untersuchungen des Jahres 1999, mit Ausnahme des stark verschmutzten Abschnittes vor der Mündung, als nur mäßig belastetes Gewässer mit Güteklasse II..

Die Horloff, die noch 1994 in ihrem Unterlauf, von Reichelsheim bis zur Mündung in die Nidda der Güteklasse II-III entsprach, der Oberlauf war schon damals nur mäßig belastet (Güteklasse II), kann nach den Befunden der Untersuchungen von 1999 über den größten Teil der Fließstrecke in die Güteklasse II eingestuft werden. Güteklasse II-III wurde allein über einige Kilometer im Mittellauf des Gewässers nachgewiesen.

Kleine Mainnebengewässer

Der Winkelbach, der Schwarzbach und der Liederbach sowie der Wickerbach, vier Bäche, die aus dem südlichen Taunus kommen und zwischen Frankfurt und der Mündung in den Rhein in den Main fließen, waren 1994 in guten biologischen Zuständen, sie waren der Güteklasse II oder I-II zuzuordnen. Die Befunde von 1999 bestätigen dieses, die Tendenz dürfte eine weitere Verbesserung des biologischen Zustandes sein.

Die Mümling mit Marbach und Mossaubach,zeigte 1994 von unterhalb Bad König bis zur Mündung in den Main noch das Bild der Güteklasse II-III. Daneben waren damals noch zwei kurze Abschnitte unterhalb Bad Königs und unterhalb Neustadts in die Güteklasse III einzuordnen. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchungen erlauben es, das System der drei Bäche im Ganzen der Güteklasse II zuzuordnen. Einige Zuflüsse, besonders im Bereich des Marbachs und des Mossaubachs zeigten bei den aktuellen Untersuchungen des Jahres 1999 die Merkmale der Güteklasse I-II.

Die Gersprenz, die trotz zahlreicher mechanisch-biologischer Kläranlagen bereits 1994 in die Güteklassen II (Quelle bis unterhalb Dieburg) und in die Klasse II-III (bis zur Mündung) eingestuft werden konnte, hat sich in den letzten fünf Jahren weiter verbessert: abgesehen eines kurzen Abschnittes unterhalb von Babenhausen mit Güteklasse II-III ist das gesamte Gewässer in Güteklasse II einzustufen.

Eine deutliche Verbesserung des biologischen Zustandes seit den letzten Untersuchungen im Jahr 1994 zeigt die Rodau: das Gewässer, das vor sechs Jahren noch die Merkmale Güteklassen III, streckenweise sogar die der Klasse III–IV zeigte, ist nunmehr über weite Strecken in die Güteklasse II, im übrigen in die Güteklasse II-III einzustufen.

Lahn und Lahnnebengewässer

Die Lahn zeigte 1994 noch bei der Wettschaftmündung und unterhalb der Kläranlage Marburg deutliche Belastungschwerspunkte. Von unterhalb der Kläranlage Lollar bis zur Landesgrenze (mit Ausnahme eines kurzen Fließstückes bei Runkel) war der Fluss in die Güteklasse II-III einzuordnen; unterhalb der Kläranlage Gießen zeigten sich die Merkmale der Güteklasse III. Dieser Zustand hat sich in den letzten fünf Jahren deutlich gebessert: nach den Untersuchungen des Jahres 1999 konnten der Lahn auf hessischem Gebiet - mit Ausnahme der Fließstrecke von Solms bis Villmar, wo Güteklasse II-III ermittelt wurde – überall die Gewässergüteklasse II attestiert werden.

Die Ohm hat in den fünf Jahren, die zwischen den letzten beiden Untersuchungen lagen, ihr biologisches Zustandsbild deutlich verbessert: neben Abschnitten des Oberlaufs mit den Güteklassen I-II entsprach dieser Fluss 1999 bis zur Mündung in die Lahn der Güteklasse II. Die Ohm ist betamesosaprob, das heißt der Fluss ist nur mäßig belastet.

Am Zustand des Kleebachs hat sich in den letzten Jahren nichts geändert, er entsprach und entspricht im gesamten Fließbereich der Güteklasse II.

Die obere Dill (oberhalb Haiger) hatte schon zur Zeit der letzten Untersuchungen 1994 die Eigenschaften der Güteklassen I beziehungsweise I-II oder II. Der Mittellauf entsprach der Güteklasse II-III, unterhalb Ehringshausen war der Fluss eine kurze Strecke in die Güteklasse III einzuordnen. Der Unterlauf bis zur Mündung in die Lahn entsprach wieder der Güteklasse II.

Die Untersuchungen des Jahres 1999 ergaben für diesen Fluss ein besseres Bild: der Bereich der geringen Belastungen (Klasse I-II) reichte bis Dillenburg, von hier aus ist die Dill bis zur Mündung in die Lahn der Güteklasse II zuzuordnen.

Die Weil war schon 1994 nur gering belastet. Unterhalb Weilmünsters war der Belastungsgrad mit der Güteklasse II-III 1994 noch kritisch. Bei der aktuellen Untersuchung letzten Jahres war der biologische Zustand dieses Vorfluters an keiner Stelle schlechter Güteklasse II.

Die Aar, die bereits 1994 der Güteklasse II entsprach, hat diesen Zustand der mäßigen Belastung unverändert beibehalten

Kleine Rheinzuflüsse

Die obere Weschnitz wurde 1994 bis unterhalb der Ortslage Mörlenbach der Güteklasse II zugeordnet. Nach einem kurzen Fließstück mit Klasse III konnte bis oberhalb Lorsch die Güteklasse II-III diagnostiziert werden. Von hier bis Biblis wurde dann wieder Güteklasse III ermittelt. Das letzte Fließstück (bis zur Mündung in den Rhein) entsprach 1994 den Merkmalen der Klasse II-III:

Der Fluss wurde 1999 erneut untersucht, wobei sich ein anderer Befund ergab: Mit Ausnahme einiger Fließstrecken oberhalb Fürth im Odenwald, wo die Güteklasse I-II ermittelt werden konnte und dem letzten Abschnitt von Biblis bis zur Mündung in den Rhein, wo die biologische Untersuchung Klasse III (stark verschmutzt ergab) kann die gesamte Weschnitz (auf hessischem Gebiet) als mäßig belastet (Güteklasse II) eingestuft werden.

Die Modau stellte sich 1994 in weiten Bereichen (unterhalb Ober Ramstadts und von Pfungstadt bis zur Mündung in den Erfeldener Altrhein) als stark verschmutztes Gewässer mit der Güteklasse III dar. Die Untersuchungen des Jahres 1999 zeigten weitgehende Verbesserungen des biologischen Zustandes dieses Vorfluters: Neben nur mäßig belasteten Abschnitten (Güteklasse II) im Oberlauf und in der Ortslage von Darmstadt-Eberstadt stellt sich die Modau als kritisch belastetes Gewässer mit Güteklasse II-III dar.

Das Gewässersystem Darmbach, Landgraben und Schwarzbach bringt unter anderem das biologisch gereinigte Abwasser (kommunal und industriell (chemische Industrie)) der Stadt Darmstadt sowie das Abwasser der Stadt Groß-Gerau und der dortigen Zuckerfabrik zum Rhein. Das sehr eben fließende Bachsystem, in dem durch fehlende Turbulenzen der Sauerstoffeintrag sehr gering ist, war 1994 noch sehr stark bis übermäßig verschmutzt, und stellte einen der letzten Abwasserschwerpunkte in Hessen dar. In den fünf Jahren seit diesen Untersuchungen hat sich der Zustand zwar etwas gebessert, ist aber noch immer weit von dem erklärten Ziel der Güteklasse II entfernt. Darmbach und Landgraben sind nach der Untersuchung 1999 in die Güteklasse III einzuordnen, die Untersuchungen des Schwarzbachs ergaben, dass dieser Gewässerabschnitt "nur noch" kritisch belastet, das bedeutet der Güteklasse II-III zuzurechnen ist.

Das gesamte dünn besiedelte Gebiet der Wisper und deren Nebenläufe im westlichen Taunus stellt seit Jahren ein gering- teilweise sogar unbelastetes Gewässersystem (Güteklassen I und I-II) dar. Die wenigen durch Abwassereinleitungen belasteten Fließstrecken im Oberlauf einiger abflussarmer Nebenläufe erholen sich durch die noch gut funktionierende Selbstreinigungskraft des Gewässers schnell und wurden in den letzten fünf Jahren nach weiteren Maßnahmen an den Abwasser-reinigungsanlagen merkbar weniger.

Weser und Wesereinzugsgebiet

Weser

Die Weser wurde 1994 vom Zusammenfluss von Werra und Fulda in Hann. Münden bis zur Schwülmemündung bei Lippoldsberg (meist niedersächsisches Gebiet) in die Güteklasse III eingeordnet. Im Bereich von Karlshafen (hessisch) wurde Güteklasse II-III ermittelt. Im Rahmen des Untersuchungszyklus 1999 wurde die Weser nicht beprobt.

Die Diemel konnte schon 1994 auf der gesamten hessischen Fließstrecke in die Güteklasse II eingeordnet werden und wurde so gemäß der Untersuchungskonvention 1999 nicht erneut untersucht. Die Diemel hat überwiegend die Güteklasse II; unterhalb des Diemelstausees ist ein Gewässerabschnitt mit I-II bewertet.

Der Unterlauf der Orpe war 1994 als kritisch belastet eingestuft und hat jetzt die Güteklasse II.

Die Twiste, die 1994 unterhalb von Volkmarsen noch kritisch belastet war, ist jetzt in ihrem gesamten Verlauf in die Güteklasse II (mäßig belastet) einzuordnen. Das Nebengewässer Esse weist unterhalb Wolfhagen auch keine kritische Gewässerstrecke auf, wie in der Gütekarte 1994.

Die Warme, die unterhalb Zierenberg 1994 noch einen Abschnitt mit Güteklasse II-III hatte, hat sich weiter verbessert, die Untersuchungen 1999 lassen das Gewässer durchgehend in die Güteklasse II einordnen.

Die Esse und ihre Zuflüsse haben überwiegend die Güteklasse II, auch unterhalb von Hofgeismar, einer Gewässerstrecke, die noch in 1994 kritisch belastet war.

Fulda und Fuldanebengewässer

Bis auf zwei kurze Fließstrecken hatte die Fulda schon 1994 das angestrebte hessische Güteziel erreicht: Güteklasse II. Unterhalb der Kläranlage der Stadt Fulda und im Bereich von Kassel war der Fluss damals noch kritisch belastet. Das hat sich deutlich geändert: die mittlere und untere Fulda weist nun durchgängig die Güteklasse II auf, was einer mäßigen Belastung entspricht. Der Oberlauf der Fulda hat sich von dem Stand einer mäßigen Zustands in 1994 mit einem kritisch belastetem Abschnitt unterhalb der Stadt Fulda deutlich verbessert: Die Fluß weist nsach einem kurzem mäßig belastetem obersten Quellbereich im oberen Rhitral zunächst die Güteklasse I/II und anschließend bis zur Mündung der Fliede sogar die Güteklasse I auf. Die Fulda hat hier eine sehr gute Wasserqualität.

Die Lüder weist im Oberlauf eine übermäßige Verschmutzung auf., die sich nach einer kurzen Fließstrecke zugunsten eines Gütezustandes der mäßigen Belastung verbessert. Ab dem Zufluss der kalten Lüder verbessert sich die Wasserqualität auf die Güteklasse I-II. Mit der Güteklasse II mündet die Lüder in die Fulda.

Die Schlitz, sowie die oberen Zuflüsse sind überwiegend in die Güteklasse II eingestuft. Einige kritische Gewässerstrecken der Gütekarte 1994 weisen eine günstigere Wasserqualtität auf.

Viele Zuflüsse der mäßig belasteten Jossa haben im Vergleich zur Gütekarte 1994 eine deutlich günstigere Wasserqualität, meist die Güteklasse II.

Die Haune wies in der Karte von 1994 auf vielen Streckenabschnitten kritische Gewässerbelastungen auf: vor allem im Oberlauf, im Bereich des Stausees bei Marbach und unterhalb Hünfeld. Diese Abschnitte haben nun eine günstigere Gewässergüte. Lediglich unterhalb des Stausees hat eine kurzer Abschnitt die Güteklasse II-III, ansonsten hat die Haune durchgängig die Güteklasse II. Einige Zuflussgewässer der Eitra weisen einige kritisch belastete bis übermäßig verschmutzte Gewässerstrecken auf.

Der Breizbach und die untere Solz weisen aufgrund des Austritts von versalzenem Grundwasser eine hohe Versalzung auf und sind daher saprobiell nicht zu bewerten. Daher ist auch keine Gewässergüteeinstufung und Kartierung möglich.

Die obere Eder weist an der Landesgrenze die Güteklasse I-II auf. Ab der Stadt Allendorf hat die Eder bis zur Mündung in die Fulda wie in der Gütekarte 1994 die Güteklasse II. Die Bewertung gestauter Bereiche im Edersee erfolgt im Gegensatz zur saprobiellen Beurteilung der Fließgewässer nach den Kriterien der Trophie in stehenden Gewässern.

Die vielen linksseitigen Nebengewässer der oberen Eder weisen häufig die Güteklasse I und I-II auf und haben eine sehr gute Wasserqualität. Die Nebengewässer der unteren Eder Elbe und Ems haben durchgängig die Güteklasse II.

Die Schwalm war in der Karte 1994 im Oberlauf bis Schwalmstadt kritisch belastet, entsprechend der Güteklasse II-III. Die aktuellen Untersuchungen haben hier deutliche Verbesserungen ergeben, die die Einstufung in die Güteklasse II erlauben. Der untere Abschnitt der Schwalm weist nach wie vor die Güteklasse II auf.

Das Nebengewässer Efze hatte in 1994 noch eine starke Verschmutzung im Oberlauf und eine kritische Belastung unterhalb von Homberg. Die neuen Untersuchungen ergaben lediglich einen kurzen Abschnitt mit kritischer Belastung im Oberlauf. Ansonsten entsprach die Efze der Güteklasse II.

Zahlreiche kleine Nebengewässer der Schwalm haben 1999 gegenüber der Gütekarte 1994 häufig eine bessere Güteklasse. Dennoch sind derzeit noch viele kritisch belastete oder stark verschmutzte Gewässerstrecken vorhanden.

Die Losse ist in ihrem Gesamtlauf in die Güteklasse II eingestuft. Die kritischen Gewässerabschnitte der Gütekarte 1994 bei Hess. Lichtenau und Helsa haben sich zugunsten einer mäßigen Belastung verbessert.

Werra und Werranebengewässer

Die Werra ist trotz weitgehender Verringerung der Salzbelastung, die durch Reduzierungsmaßnahmen der hessischen und thüringischen Kaliwerke bedingt sind, noch ein brackiges Fließgewässer mit einer gestörten Biozönose. Eine saprobielle Bewertung der Werra und eine Einteilung in eine Güteklasse ist daher nur bedingt möglich. Für die Werra ist auf der Gütekarte die Gewässergüteeinstufung mit einer Schraffur belegt.

Der Oberlauf der Ulster weist mit der Güteklasse I-II eine sehr gute Wasserqualität auf. Die auf der Gütekarte 1994 vorhanden kritischen Gewässerabschnitte haben nun eine günstigere Güteklasse. Wie zuvor hat die Ulster an der Landesgrenze zu Thüringen die Güteklasse II. Der kurze hessische Unterlauf der Ulster ist stark mit Salzen belastet und eignet sich daher nicht für die Einteilung in eine Güteklasse und ist daher ebenfalls schraffiert dargestellt..

Die Wehre hat durchgehend den Gütezustand einer mäßigen Belastung, entsprechend der Güteklasse II. Einige Nebengewässer, die nach der Gütekarte 1994 in schlechtere Güteklassen eingeteilt waren, weisen eine bessere Wasserqualität auf.